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1 7 - 0 1 - 2 0 0 5 Schwarzhandel mit Potenzpillen
Besonders Jugendliche sind gefährdet
Von L.-F. JÄGERSBERG
Köln – „Mit der Pille mach ich Sex wie ein Pornostar“, sagt Mario (16). Der Kölner Jugendliche kauft sich das verschreibungspflichtige Potenzmittel Levitra von Bayer auf dem Schwarzmarkt. „Das nehmen doch alle in meinem Alter“, sagt er. Sechs Euro kostet die 20 Milligramm-Pille beim Dealer – normaler Preis ca. 12 Euro. Die Pillen sind nicht einzeln verpackt. „Die sind aus dem Werk geschmuggelt worden“, behauptet Mario. Und wirklich: 2001, vor Zulassung des Medikaments, verschwanden im Bayer-Werk mehrere tausend der Pillen (EXPRESS berichtete). Jetzt tauchen sie bei Kölner Dealern wieder auf. „Die Potenzmittel wie Levitra und Viagra werden von denselben Dealern angeboten, die die Jugendlichen auch mit Anabolika und dem Sex-Stimulanz Poppers versorgen“, bestätigt der Kölner Suchtexperte Wolfgang Weinlich vom Sozialdienst katholischer Männer. Weshalb gerade Jugendliche inzwischen zu den Potenzpillen greifen, erklärt Weinlich so: „Die Jugendlichen übernehmen ungefiltert das Erwachsenenverhalten. Sie wollen besonders stark, besonders sexy und besonders geil sein. Sie spielen die Pornofilme nach. Das Nacherleben wird durch den Griff in die Pillenkiste erleichtert.“ Auch viel Imponiergehabe ist dabei, wie Marios Freund Dieter (18) bestätigt: „Wir gehen manchmal zu zweit oder dritt ins Pascha. Davor haben wir Levitra genommen. Wir können dann länger.“ Doch was können Eltern tun, wenn sie solche Pillen bei ihren Kindern finden? „Insbesondere die Mütter sind da gefordert“, sagt Suchtexperte Weinlich: „Denn sie können ihren Söhnen erklären, worauf es bei Frauen wirklich ankommt. Da sind andere Dinge wichtiger als Ausdauer.“ |
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