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Groesster Schlag gegen den Dopinghandel

AP/cor/jk
Die Welt
11. Maerz 2008

Deutschen Zollfahndern ist der bislang groesste Schlag gegen den illegalen Handel mit Doping- und Potenzmitteln gelungen. Die Beamten beschlagnahmten 1,3 Tonnen Anabolika mit einem Schwarzmarktwert von etwa 800.000 Euro. Die Mittel stammen aus China, dem Iran, dem Libanon und Spanien.

Norddeutschen Zollfahndern ist der bislang groesste Schlag gegen den illegalen Handel mit Doping- und Potenzmitteln in Deutschland gelungen. Wie am Dienstag bekannt wurde, deckten sie nach mehrmonatigen Ermittlungen einen weltweiten Anabolika-Handel auf und beschlagnahmten bei bundesweiten Durchsuchungen knapp 1,3 Tonnen verbotener Substanzen im Wert von rund 800.000 Euro. Ein Hauptverdaechtiger wurde verhaftet.

Der Handel mit illegalen und gefaelschten Arzneimitteln wird nach Worten von Bundesfinanzminister Peer Steinbrueck zunehmend zum Problem und zeigt eine „rasante Steigerung“. Der Zoll beschlagnahmte laut seinem Jahresbericht 2007 Medikamente im Wert von insgesamt 8,3 Millionen Euro.

Das sei zwar ein relativ geringer Wert, bedeute aber eine Verdreifachung innerhalb eines Jahres, betonte der Minister. 2006 waren noch Mittel im Wert von 2,5 Millionen Euro sichergestellt worden. Vornehmlich handelt es sich um Designerdrogen oder Potenz- und Dopingmittel, aber auch ein Herzmedikament fiel den Fahndern in die Haende.

In dem juengsten Fall wurden bei Durchsuchungen in Hamburg und Schleswig-Holstein sowie bei Berlin und am Frankfurter Flughafen 744 Kilogramm verschiedener Anabolika und 500 Kilogramm eines Potenzmittels sichergestellt, wie die Staatsanwaltschaft Kiel und die Zollfahndung Hamburg mitteilten. Auch wurden umfangreiche Geschaeftsunterlagen beschlagnahmt, die „auf einen schwunghaften Handel“ seit mindestens drei Jahren hindeuteten.

Insgesamt seien nach erster Sichtung der Beweise bislang mindestens zehn Tonnen illegaler Arzneien umgeschlagen worden. Die Substanzen stammen nach ersten Erkenntnissen unter anderem aus China, Iran, Libanon und Spanien. Sie sollen angeblich nach kurzer Lagerung bei einem Spediteur in die Ukraine ausgefuehrt worden sein, was die Ermittler aber bezweifeln: Die Produkte seien nach Art und Aufmachung eher fuer die deutsche Bodybuilderszene bestimmt.

Bisher sind laut Staatsanwaltschaft 26 Einzeltaten mit einem Gesamtumsatz von einer Million Euro beweisbar. Der gesamte Tatumfang koenne nur mit unterstuetzenden Ermittlungen in mehreren Laendern aufgeklaert werden. Der 33 Jahre alte Hauptverdaechtige, ein gebuertiger Westfale, wurde am 18. Februar bei der Einreise aus seiner neuen Heimat Oesterreich am Hamburger Flughafen festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft.

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