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0 4 - 0 5 - 2 0 0 7 200.000 Dopingsünder im Freizeitsport
Von Claudia Ehrenstein Die wichtigen Trends des neuen Drogen- und Suchtberichts: Exzessiver Rauschgiftkonsum endet für immer weniger Menschen tödlich. Als dramatisch wird die Tatsache bewertet, dass mehr als eine Million Menschen medikamentensüchtig sind. Zudem sinkt das Einsteigsalter für legale Drogen. Alarmierende Zahlen gibt es aus einem Bereich, der eigentlich der Gesundheit dienen soll. Doping und der Missbrauch von Medikamenten sind längst nicht mehr nur ein Problem des Profi-Sports. Auch im Freizeitsport werde zunehmend gedopt, sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), bei der Vorstellung des aktuellen Drogen- und Suchtberichts. Danach würden rund 200.000 Freizeitsportler, vor allem junge Männer, regelmäßig Anabolika und andere leistungssteigernde Substanzen einnehmen. Bei einer Umfrage in einem baden-württembergischen Fitnesscenter hätten 19,2 Prozent der Männer und 3,2 Prozent der Frauen angegeben, Dopingmittel zu nehmen. "Die Zahlen sind alarmierend", sagte Bätzing. Während jedoch im Profi-Sport Doping-Kontrollen durchgeführt werden, sei die Kontrollen im Freizeit-Sport jedoch schwierig durchzuführen. Bätzing wertete die vom Kabinett beschlossene Besitzstrafbarkeit von Dopingmitteln daher als wichtiges Signal nicht nur an Profis, sondern gerade auch an Freizeit-Sportler. Die Zahl der Rauschgift-Toten in Deutschland ist erneut gesunken. Im vergangenen Jahr starben 1296 Menschen an den Folgen des Heroin-Konsums und anderer illegaler Drogen. Das sind 2,3 Prozent weniger als im Vorjahr und durchaus ein Erfolg deutscher Drogenpolitik. Mehr Aufklärung und Prävention sowie eine bessere medizinische Versorgung der Abhängigen bis hin zu "Heroin auf Krankenschein" lassen die Zahl der Drogen-Toten seit Jahren sinken. Für Sabine Bätzing, seit gut einem Jahr Drogenbeauftragte der Bundesregierung, ist das noch lange kein Grund, sich zurückzulehnen. "Die Alltagsdrogen werden noch immer verharmlost", warnte Bätzing bei der Vorstellung des aktuellen "Drogen- und Suchtberichts". Jeder dritte Erwachsene raucht. 1,6 Millionen Menschen gelten als alkoholabhängig, bei zehn Millionen Menschen wird der Alkoholkonsum als riskant eingeschätzt. Alltagsdrogen seien nicht das Problem einer Randgruppe, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem, sagte Bätzing. Sie forderte einen maßvollen Umgang mit Alkohol und Tabak. Jeder müsse sich die Frage stellen: "Wann ist selbst wenig zu viel?" Als positiv wertete Bätzing den Rückgang der Raucherquote bei Jugendlichen im Alter von zwölf bis 25 Jahren von 28 auf 20 Prozent. Ziele sei es, die Raucherquote bis 2008 auf unter 17 Prozent zu senken. Auch der Alkoholkonsum in dieser Altergruppe sei zurückgegangen, sagte Bätzing. Allerdings sinke nach wie vor das Einstiegsalter für Tabak und Alkohol und liege inzwischen bei zwölf bis 13 Jahren. Je früher aber der Konsum beginne, desto größer sei das Risiko für Abhängigkeit und gesundheitliche Schäden. Jedes Jahr sterben etwa 140.000 Menschen an den Folgen des Rauchens und etwa 40.000 Menschen durch Alkoholkonsums. Bätzing warnte davor, angesichts der Suchtproblematik reflexartig nach schärferen Gesetzen zu rufen. Den Vorschlag von Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU), so genannte Flatrate-Partys zu verbieten, lehnte sie ab. Zunächst einmal müssten die geltenden Jugendschutzbestimmungen eingehalten werden. An Jugendliche unter 16 Jahren dürfe kein Bier ausgeschenkt werden. Der Verkauf von Schnaps und andere Spirituosen sei erst an über 18-jährige erlaubt. Das Gaststättengesetz verbiete es den Wirten außerdem, Alkohol an Gäste zu verkaufen, die bereits stark betrunken sind. Bätzing appellierte an Länder und Kommunen, schärfere Kontrollen durchzuführen. Viel zu wenig beachtet werde derzeit noch die Medikamentensucht, sagte Bätzing. Mindestens 1,4 Millionen Menschen sind abhängig von Medikamenten wie Schlaf-, Beruhigungs- und Schmerzmitteln. Zwei Drittel der Abhängigen sind Frauen. Zum missbräuchlichen Gebrauch von Medikamenten gehöre auch die Verwendung von Dopingmitteln. Die Zahlen seien alarmierend. Etwa 200.000 Freizeitsportler, vor allem junge Männer, würden regelmäßig Anabolika und andere leistungsfördernde Substanzen. "Da schlummert ein gefährliches Potenzial", sagte Bätzing. Es sei daher ein wichtiges Signal, dass die so genannte Besitzstrafbarkeit von Dopingmitteln eingeführt werden soll. |
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