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1 2 - 0 6 - 2 0 0 6 Milieumörder versorgte Knastis mit Drogen
Er brachte den Stoff aus dem Urlaub mit
VON BEAT KRAUSHAAR UND VIKTOR DAMMANN REGENSDORF ZH – Eigentlich sitzt Miano G. (41) in der Strafanstalt Pöschwies eine 12-jährige Strafe ab – wegen Mordes. Doch im Knast betätigte er sich auch noch als Grossdealer. Unter Verdacht ist auch ein Wärter. Der Schmuggel war perfekt vorbereitet. Im bewilligten Wochenend-Urlaub beschafft sich Miano G. die heisse Ware für die Knastis: anderthalb Kilo Haschisch, eine grössere Menge Anabolika und 25 Handys.
Er versteckt alles in einem Auto, das der Strafanstalt Pöschwies gehört. Begleitet wird Miano G. bei seiner Rückkehr in den Knast vom stellvertretenden Werkmeister der Strafanstalt. Doch der Schmuggel fliegt auf. Nachdem BLICK über den blühenden Drogenhandel in Pöschwies berichtet hatte, wurden die Kontrollen verschärft. Die herbeigerufene Polizei verhaftet die beiden Männer. «Der stellvertretende Werkmeister ist unterdessen wieder auf freiem Fuss. In dem Verfahren gilt er bis zur weiteren Klärung als Angeschuldigter», sagt der zuständige Staatsanwalt Patrick Schmocker. In weite Ferne gerückt ist dagegen die Freilassung von Miano G. Dieser sorgt nicht zum ersten Mal für Schlagzeilen. Ende November 2000 hatte er mit einem gezielten Kopfschuss den im Milieu bekannten Rolf M. (48) getötet. Tatmotiv: ein Streit um Schmuck im Wert von 30´000 Franken. Die Mordwaffe hatte er sich ausgeliehen – von Jonny B. Dieser erschoss mit derselben Waffe im Obergeschoss der berüchtigten Lugano-Bar zwei Menschen. Staatsanwalt Schmocker bestätigt die BLICK-Recherchen: «Das ist richtig. Der Mann wurde 2004 wegen vorsätzlicher Tötung zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt. Jetzt kommt ein Verfahren wegen mutmasslichem Drogenhandel dazu.» Und der Mörder fürchtet um sein Leben. Miano G., der im Knast zum Grossdealer wurde, hat seine Abnehmer verpfiffen. Staatsanwalt Schmocker: «Es ist richtig, dass wir auch abklären, wer als mögliche Drogenkunden in der Strafanstalt in Frage kommt.» |
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