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1 4 - 1 1 - 2 0 0 5 Criminals target big-money sports, conference told
Sun, 13 Nov 2005 Corruption in sports is a big business, participants at an international conference in Copenhagen have been told. The problems range from the international trade in under-age players to bribery of sports officials and claims that organized crime is selling sports drugs and trying to fix games, said presenters at the Play the Game conference. Three hundred people from around the world, including investigative sports journalists, academics and experts from 50 countries, examined the dirty side of sports – and what can be done to clean it up. British author Andrew Jennings said new documents filed in a Swiss court case allege that senior members of the Fédération Internationale de Football Association took bribes from a marketing company. "You see, we're talking about billion-dollar contracts for the soccer World Cup, it's fantastic money. One bribe I know was paid was for a million Swiss francs and that's about $600,000 US. And that's just one I got individual proof of," Jennings said. FIFA denies any wrongdoing. The former president of the Argentinean Volleyball Federation, Mario Goijman, has alleged that a senior executive of the International Volleyball Federation has pocketed as much as $20 million US. Goijman has a website where he published documents such as copies of original invoices, statements and correspondence relating to his allegations. The federation has made also allegations against Goijman, backed up by press releases, the Play the Game website says. Organized crime involved? Declan Hill, a former Canadian journalist who has specialized in investigating organized crime, said the head of a Turkish soccer club was shot and severely wounded earlier this year after he got one of his players to wear a hidden microphone to record an attempted bribe. "That a match-fixing or even a Mafia-style assassination attempt would happen in the Turkish premier league really should be no surprise to anyone in the room," because the Turkish parliament had earlier begun an inquiry into links between an alleged local crime figures and the Turkish league, he said.
Italian doping expert Alessandro Donati said 70 organized-crime groups are involved in the trade of steroids and other performance-enhancing drugs. Under-age players abused Trafficking in under-age players is "a bad story," said Belgian Senator Jean-Marie Dedecker. He's been gathering evidence that African boys have been signed to Belgian soccer teams, and only paid a fraction of what they're worth. "I call that football plantations," he said. The root of the problem Michel Zen-Ruffinen, a Swiss layer and former secretary general of FIFA, said the rules governing sports organizations are too weak, and leaders have too much control. "All the big organizations were so far run, as we say in French, à la grandpapa, grandfather's way," but over the past 20 years, small organizations without much money have become rich from selling TV rights. Problems have come with the influx of money, he said. At worst, investigators looking into sports frauds can be killed, said Aidan White, general secretary of the International Federation of Journalists. A Greek reporter was beaten and stabbed after raising questions about Olympic contracts in the wake of the Athens games, and four sports reporters have been killed in Latin American and Africa in recent years. "We're beginning to see a pattern emerging and that's very dangerous," he said. Danish journalist Jens Sejer Andersen, director of Play the Game, said the fight against corruption in sports won't be won until the media and society care as much about fair play as they do about celebrity athletes and who wins or loses the game. 1 6 - 1 1 - 2 0 0 5 Dopinghandel
Die Spur führt nach Rußland
Von Evi Simeoni
Der energische Römer Alessandro Donati hatte eigentlich vor, es seinen Zuhörern leichter zu machen. Damit sie eine Vorstellung davon bekämen, auf welchen Wegen der illegale Dopinghandel seine Waren verschiebt, zeigte er eine Weltkarte und zeichnete schwarze Pfeile ein. Er zeichnete und erläuterte, erläuterte und zeichnete - bis schließlich seine Weltkarte fast schwarz war. Donati, der sich schon vor vielen Jahren dem Anti-Doping-Kampf verschrieben hat, konfrontierte seine Zuhörer bei der Vortragsveranstaltung "Play the Game" in Kopenhagen mit der geballten Wucht seines Wissens, bis ihnen die Haare zu Berge standen. Es war, als hätte der Professor sie in einen finsteren Kriminalfilm mitgenommen. Er sprach von einem Verbrechernetz, das dem des Rauschgifthandels kaum mehr nachsteht. Ja, häufig werden Anabolika - nach wie vor das Massenmittel zur Muskelmast -, Wachstumshormone und Erythropoietin (Epo) von denselben Leuten verkauft wie Heroin, Ecstasy. Das, sagt Donati, mache die Entwicklung besonders gefährlich. Mit Leichtigkeit, so referierte er, überquerten Doping-Lieferungen internationale Grenzen. Im übrigen behauptete Donati, daß die russische Mafia (mehr als 70 "Familien") einen großen Teil des Anabolika-Welthandels und die russische Pharma-Industrie kontrolliere. Donatis Behauptungen basieren auf polizeilich recherchierten Fakten. Als Mitglied einer Task Force, die zur Nationalen Anti-Mafia-Behörde Italiens gehört, hat er zwei Jahre lang Akten studiert und dabei die Erkenntnis gewonnen, daß kriminelle Vereinigungen schon seit vielen Jahren in den Handel mit Dopingmitteln eingestiegen sind. Dabei handelt es sich um einen lukrativen Markt. Das weltweite Volumen schätzte Donati in früheren Veröffentlichungen auf mehr als 15 Milliarden Euro, allein in Italien beziffert er den Markt auf mehr als 100 Millionen Euro im Jahr. Etwa drei Tonnen Dopingmittel, so vermutet die italienische Polizei, seien im vergangenen Jahr in Europa umgeschlagen worden. 115 Personen, darunter Ärzte, Apotheker und Krafttrainer, seien im vergangenen Jahr in Italien festgenommen worden. Amerikanische Soldaten im Irak als Konsumenten Zur Zeit läuft der Berufungsprozeß gegen Riccardo Agricola, den Vereinsarzt des italienischen Fußball-Rekordmeisters Juventus Turin, der in erster Instanz zu 22 Monaten Haft verurteilt wurde, weil der Klub seine Spieler im Zeitraum von Juli 1994 bis September 1998 mit Epo und anderen verbotenen Präparaten behandelt hatte. Besonders in den Doping-Handel verwickelt sind laut Donati Thailand, Indien, Australien, Griechenland, Mexiko, China und Rußland. Größter Beschaffer der zum Mißbrauch bestimmten Arzneien ist Rußland. Dieses Land, sagen Experten, könne in Sachen Doping für Europa das werden, was Kolumbien für den Drogenhandel in den Vereinigten Staaten ist. In Arabien wurden, berichtete der Italiener, erst jüngst Steroide im Wert von 40 Millionen amerikanischen Dollar beschlagnahmt. Er ist davon überzeugt, daß 40 ähnliche Ladungen unentdeckt geblieben seien. Seiner Ansicht nach waren die Mittel für junge arabische Männer bestimmt. Es gibt aber wohl auch überzeugende Gründe für die Annahme, daß amerikanische Soldaten im Irak zu den Anabolika-Kunden einheimischer Händler gehören. Die Handelsroute führe über Südrußland, Syrien und Saudi-Arabien in den Irak. Pornostreifen und Bodybuilding-Filme Die Verbindung der Mafia mit Doping, so Donati, entstand im Jahr 1970, als Verbrecherorganisationen Pornostreifen und Bodybuilding-Filme wie Arnold Schwarzeneggers "Pumping Iron" finanziert hätten. Überhaupt Schwarzenegger: Nach Donatis Meinung verdankt der kalifornische Gouverneur einen Großteil seines Erfolgs den Steroiden. Schon 1993, sagte Donati, habe die Welt eine großartige Chance verpaßt, den Handel mit Dopingmitteln einzudämmen. In jenem Jahr kamen 19 Länder zu einer Konferenz in Prag zusammen, die von der amerikanischen Drogenbekämpfungsbehörde DEA einberufen worden war. Grund sei die Sorge angesichts des wachsenden Schwarzhandels mit Anabolika gewesen. Allerdings habe keines der Länder die richtigen Schlüsse gezogen. Auch die Weltgesundheitsorganisation ignoriere das Problem. Noch nie habe sie etwa bei der Pharma-Industrie interveniert, sie solle die Überproduktion von Arzneimitteln mit Dopingpotential regulieren. Verharmloser in den Sportorganisationen
Als Beispiel für schädliches Marketing nannte er den Schweizer Pharma-Hersteller Serono. Dieser einigte sich im Oktober mit der Justiz der Vereinigten Staaten auf eine Zahlung von 704 Millionen Dollar Strafe und Schadensersatz. Seine Tochterunternehmen hatten den Absatz des Wachstumshormon-Präparates Serostim mit unlauteren Mitteln angekurbelt. Das Präparat war ursprünglich für die Aids-Therapie entwickelt worden, ist aber auch in der Bodybuilding-Szene beliebt. Die Verharmloser in den Sportorganisationen, die immer noch daran festhalten, daß Dopingsünder im Spitzensport "nicht kriminalisiert werden dürfen", hält Donati für die Bremser einer besseren Verfolgung. Er fordert die Aktivierung internationaler Behörden zur Bekämpfung der Doping-Mafia. Interpol und Europol sollten eigene Doping-Sektionen gründen und eine Datenbank anlegen. Und die EU solle ihre Mitgliedsländer auffordern, Anti-Doping-Gesetze zu verabschieden. In Deutschland wird der Handel mit Dopingmitteln aber bisher nur halbherzig verfolgt. Die schwache Gesetzgebung, die lediglich in einem Appendix des Arzneimittelgesetzes besteht, erlaubt keine effektive Verfolgung. Es fehlen zudem überregionale Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften. Ein starkes Anti-Doping-Gesetz aber, wie in Italien, Frankreich und Belgien bereits etabliert und in Spanien geplant, ist hierzulande in absehbarer Zeit kaum zu erwarten. |
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