Ergogenics

  [Definitie:] "An ergogenic aid is any substance or phenomenon that enhances performance." (Wilmore and Costill)

  Nieuwsbrief over doping, supplementen, voeding en training

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Glanz und Elend eines Weltmeisters

Der einstmals erfolgreichste Bodybuilder Deutschlands steht seit gestern vor Gericht

Christoph Cuntz
23.09.2005
Main Rheiner

Roland Cziurlok op de cover van Flex, augustus 1996

WIESBADEN Er hat sich mit Ehrgeiz und Steroiden hochgearbeitet vom einstigen Glyco-Lehrling zum Weltmeister der Bodybuilder. Dem steilen Aufstieg folgte der jähe Absturz: Roland Cziurlok aus Taunusstein-Hahn landete im Drogenmilieu, steht seit gestern vor Gericht.

Wer die Internet-Suchmaschine Google nach Roland Cziurlok befragt, erhält eine wahre Flut von Antworten. Die angebotenen 2 700 Web-Seiten zeigen meist Fotos des heute 37 Jahre alten Taunussteiners, der seine gigantischen Muskelberge bei Wettkämpfen zur Schau stellt. Etwa bei der Weltmeisterschaft in Seoul, wo Cziurlok in der Klasse Leicht-Schwergewicht mit 26 Jahren Champion wurde.

Poster des gebürtigen Polen werden im Internet für elf Euro feil geboten, Nahrungsergänzungsmittel unter seinem Namen vermarktet. Er selbst hatte zu Zeiten seines größten Wohlstandes, im Jahr 1997, eine Firma gegründet, die mit Aufbaupräparaten handelte und einen Umsatz von 200 000 DM jährlich machte.

Zusätzlich 5 000 Mark im Monat verdiente er als professioneller Bodybuilder. Viel ist das nicht angesichts der Gesundheit, die Cziurlok geopfert, und verglichen mit der Summen, die er investiert hat. "Man muss schon Schauspieler sein, um als Bodybuilder Geld zu machen", sagt er in Anspielung auf den Prominentesten seiner Zunft: Arnold Schwarzenegger, der Star der "Terminator"-Filme und heutige Gouverneur von Kalifornien.

Als es ihm wirtschaftlich gut ging, fuhr Cziurlok Jaguar. Heute, nach seinem Absturz, einen Opel Vectra. "Turbo Diesel", betont er, als ihn das Gericht danach fragt. Der Nachdruck, mit dem er das sagt, zeigt: Ganz hat ihn sein Stolz nicht verlassen.

Cziurlok stammt aus kleinen Verhältnissen. Mit seiner Familie war er 1980 von Schlesien nach Deutschland gezogen. Es hat seinerzeit gedauert, bis er Deutsch richtig konnte. Über Hauptschulabschluss und Lehre beim Automobil-Zulieferer Glyco hat er sich hoch gearbeitet. Er ist ein Aufsteiger, der tief gefallen ist.

Irgendwann im Jahr 2000 seien Muskelpartien abgerissen, sagt er. Wettkämpfe waren nicht mehr möglich. Der Konsum von Aufbaupräparaten war sinnlos geworden, der Sprung vom Anabolika-Konsum zu Wodka und Cognac nicht weit. Ging Cziurlok am Wochenende in die Disko, war eine Flasche fällig. Täglich warf er zum Aufputschen Amphetamine ein, zeitweilig auch Kokain. Der Missbrauch blieb nicht folgenlos.

Seine Firma ging pleite, Cziurlok ist seither ohne Job. Er hat keine Aussichten, einen zu bekommen. Nun will er zurück nach Polen. "Meine Zukunft liegt im Osten", sagt er.

Aber vorher muss er noch sein Urteil abwarten, das er von der 1. Strafkammer zu erwarten hat. Handel mit Drogen wird ihm vorgeworfen. Der 37-Jährige soll vor zwei Jahren in einem Wiesbadener Bistro ein Kilo Amphetamine verkauft haben - was er bestreitet. Er gibt zu, vor einem Jahr einem Freund ebenfalls Amphetamine und 150 Kilogramm Kokain vermittelt zu haben.

Cziurlok hat keine andere Wahl, er muss den Deal gestehen: Der Freund war verdeckter Ermittler der Polizei. Einer, der zunächst Angestellter einer Bank, dann einer Versicherung war, bevor er arbeitslos wurde. Der Cziurlok 1996 auf einer Fitness-Messe ansprach, als er Bodybuilder werden und Wettkämpfe bestehen wollte.

Roland Cziurlok met ega

"Als ich Weltmeister wurde, kamen alle möglichen Leute zu mir", sagt der Taunussteiner. Aber mit den wenigsten verband ihn so viel wie mit dem verdeckten Ermittler. Die Freundschaft hielt viele Jahre, Cziurlok öffnete ihm sein Haus, ließ ihn bei sich übernachten. Vor einem Jahr dann habe der Freund ihn gebeten, Drogen zu beschaffen. "Er hat mich eine Woche lang angebettelt, ihm etwas zu verkaufen." Mehrmals am Tag habe er angerufen, weil er mit den Drogen angeblich Geld verdienen wollte: Cziurlok galt damals in der Wiesbadener Szene als einer, der Drogen hat.

Zumindest wusste er, woher er dem Freund die gewünschten Drogen besorgen konnte. Bei Leuten, deren Namen er nicht preisgeben will, weil er sich sonst vor ihnen fürchten müsste. Kurz nach dem Drogengeschäft stand Cziurloks Karriere am Tiefpunkt: Der einstige Weltmeister musste für 28 Tage in Untersuchungshaft. Er habe die Kurve gekriegt, versichert er heute: Keine Drogen, kein Alkohol mehr. Dafür eine Therapie, von deren Erfolg er überzeugt ist.

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Bewährungsstrafe für den Ex-Weltmeister

Landgericht verurteilt Deutschlands einstmals erfolgreichsten Bodybuilder wegen Drogenhandels

Vom 25.11.2005
Von Christoph Cuntz
Wiesbadener Kurier

WIESBADEN Wegen Rauschgifthandels hat gestern das Landgericht den Taunussteiner Bodybuilder Roland C. zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung sowie zu 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

Die 1. Strafkammer unter Vorsitz von Ingeborg Bäumer-Kurandt ahndete damit den Verkauf von Amphetaminen sowie 150 Gramm Kokain. Der Handel war im Januar 2004 aufgeflogen, nachdem der Käufer der Drogen diese an einen verdeckten Ermittler der Polizei weiterverkauft hatte. Roland C. kam damals in Untersuchungshaft, physisch und psychisch am Ende.

Elf Jahre zuvor war er noch Weltmeister im Bodybuilding gewesen. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere posierte er auf Magazinen mit seinen von Anabolika aufgeblähten Muskeln, zählte zu den Gästen Arnold Schwarzeneggers, dem heutigen Gouverneur von Kalifornien, der ihn für eine Filmproduktion gewinnen wollte.

Damals hatte Roland C. den Aufstieg geschafft, zu dem er Mitte der 80er Jahre als Schlosser-Lehrling bei einem Wiesbadener Autozulieferer angesetzt hatte. Mit dem "riesengroßen Erfolg" habe er allerdings nicht umgehen können, so sein Anwalt.

Auf Schwarzeneggers Angebot einzugehen, habe ihm der Mut gefehlt. Als dann einige Jahre später der Erfolg ausblieb, sei der Schritt von Anabolika zu Drogen und Alkohol nicht weit gewesen. Mit den Suchtproblemen aber scheiterte seine erste Ehe, sein Geschäft mit Nahrungsergänzungsmitteln, das er aufgebaut hatte, ging pleite.

Die Kammer berücksichtigte die starke Drogen- und Alkoholsucht des Taunussteiners bei ihrem Urteil. Zu seinen Gunsten habe zudem gesprochen, dass er seit seiner Untersuchungshaft nicht mehr aufgefallen ist und eine Therapie macht. Seine persönliche Situation habe sich durch seine zweite Ehe stabilisiert, er lebe in geordneten Verhältnissen.

Im Zweifel für den Angeklagten entschied die Kammer in einem zweiten Punkt, den ihm die Staatsanwaltschaft zur Last gelegt hat. Roland C. soll auch in einem Café in Wiesbaden-Schierstein Amphetamine verkauft haben.

Diese Anklage basierte auf den Aussagen des Wirtes, der selbst wegen Handels mit größeren Mengen Rauschgift zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war, ein mildes Urteil, wofür der Wirt im Gegenzug umfangreiche Aussagen bei der Polizei gemacht hatte. Die Zweifel der Kammer resultierten mithin auf der Entstehung dieser Aussage, aber auch auf Widersprüchen, in die sich der Wirt als Zeuge im Verfahren gegen Roland C. verwickelte.

Mit der Bewährungsstrafe für Roland C. bleibt die Kammer unter dem von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafmaß von zwei Jahren und acht Monaten Gefängnis.

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